From the recording LP13 EMPOWERMENT
„Immer zu spät“ erzählt in einem typisch nüchternen, fast futuristisch-distanzieren Tonfall die Geschichte einer Person, die unaufhörlich der Zeit hinterherläuft und sie doch nie einholt. Der Song verbindet alltägliche Situationen – verpasster Bus, verlorene Schlüssel, Zuspätkommen ins Meeting – mit einer größeren Metapher: die Uhr als übermächtiger Gegner, gegen den man keine Chance hat. Der Refrain verwandelt dieses Gefühl in ein Mantra („Immer zu spät, doch ich lauf, ich lauf“), das gleichzeitig frustriert und trotzig-hoffnungsvoll klingt. Wie bei Peter Schillings Major Tom steht nicht nur das Geschehen im Vordergrund, sondern auch das Gefühl von Kontrollverlust in einer maschinellen, unaufhaltsamen Welt. Das Lied ist damit sowohl eine ironische Hymne auf Alltagschaos als auch ein Sinnbild für das moderne Lebensgefühl, in dem man ständig zu spät dran ist.
Lyrics
Immer zu spät
[Strophe 1]
Der Wecker klingelt, viel zu früh,
Ich dreh mich um und denk: “Wozu?”
Der Bus ist weg, der Tag beginnt,
Ich lauf ihm nach, doch er gewinnt.
[Pre-Refrain]
Minuten fliegen, ich steh im Stau,
Die Zeit verrinnt, ich weiß genau…
[Refrain]
Immer zu spät, doch ich lauf, ich lauf,
Hinter der Uhr, und sie hört nicht auf.
Immer zu spät, doch ich glaub, ich glaub,
Eines Tages hol’ ich sie noch auf.
[Strophe 2]
Das Meeting startet, ich bin nicht da,
Die Stunde rennt, wie jedes Jahr.
Ich such die Schlüssel, find sie nicht,
Die Welt bewegt sich, ich im Zwielicht.
[Pre-Refrain]
Minuten fliegen, ich komm nicht an,
Und frag mich leise: Wann fängt’s an?
[Refrain]
Immer zu spät, doch ich lauf, ich lauf,
Hinter der Uhr, und sie hört nicht auf.
Immer zu spät, doch ich glaub, ich glaub,
Eines Tages hol’ ich sie noch auf.
[Bridge: gesprochen]
Kontrolle meldet: “Du bist zu spät.”
System antwortet: “Keine Chance mehr.”
Doch irgendwo, ganz weit entfernt…
Hol ich die Zeit ein.
[Finaler Refrain: hymnisch]
Immer zu spät, doch ich lauf, ich lauf,
Hinter der Uhr, und sie hört nicht auf.
Immer zu spät, doch ich glaub, ich glaub,
Eines Tages hol’ ich sie noch auf…
[Outro: instrumental, mit Echo-Stimme]
“…immer zu spät… immer zu spät…”
